Was ein Smart Meter tatsächlich misst
Der Zähler befindet sich am Austauschpunkt mit dem Stromnetz. Er erfasst den Strombezug und, falls eine lokale Produktion vorhanden ist, die Einspeisung ins Netz. In der Schweiz verwenden intelligente Messsysteme Werte in Intervallen von fünfzehn Minuten.
Diese Daten erkennen nicht automatisch einzelne Geräte. Sie beschreiben das Gesamtprofil am Messpunkt. Um bestimmte Verbraucher zu unterscheiden, können Unterzähler oder zusätzliche Angaben zu den Anlagen erforderlich sein.
Bis zum 1. Januar 2028 sollen in jedem Netzgebiet 80 % der Messeinrichtungen intelligente Messsysteme sein. Das Bundesamt für Energie weist zudem darauf hin, dass ausgerüstete Endkundinnen und Endkunden ihre detaillierten Daten kostenlos beim Verteilnetzbetreiber beziehen können.
Weshalb der Jahresverbrauch nicht genügt
Jährlicher Stromverbrauch und jährliche Photovoltaikproduktion können scheinbar gut zusammenpassen, ohne gleichzeitig anzufallen. Ein Gebäude kann mittags Überschüsse einspeisen und wenige Stunden später erneut Strom aus dem Netz beziehen.
Eine aussagekräftige Analyse bringt deshalb Verbrauch, lokale Produktion, Netzbezug, Einspeisung, allfällige Speicherung und anwendbare Tarife auf eine gemeinsame Zeitbasis. Erst diese Gleichzeitigkeit erlaubt die Beurteilung von Direktverbrauch, Autonomie, Speicherung und lokaler gemeinsamer Nutzung.
Jahressumme
Zeitliches Profil
Eine Jahressumme zeigt nicht, wann Produktion und Verbrauch zusammenfallen.
Von Messwerten zum Entscheid- Smart Meter
- Geprüfte Zeitreihen
- SynergyFlex Szenarien
- Kennwerte für den Entscheid
Die Daten werden geprüft und auf einer gemeinsamen Zeitbasis verglichen.
ZEV, vZEV und LEG: drei unterschiedliche Perimeter
Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz ZEV, besteht seit 2018. Der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz vZEV, ist seit dem 1. Januar 2025 möglich. Die lokale Elektrizitätsgemeinschaft, kurz LEG, ist seit dem 1. Januar 2026 verfügbar.
Die Modelle sind nicht austauschbar. Ihre Umsetzung hängt unter anderem von Netzanschluss, Netztopologie, Messung, Verträgen und Abrechnung ab. Der zuständige Verteilnetzbetreiber muss bestätigen, ob der geplante Perimeter zulässig ist.
Perimeter vergleichen, ohne sie zu verwechseln
ZEV
Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
- Verfügbar
- Seit 2018
- Perimeter
- Teilnehmende hinter demselben Netzanschlusspunkt.
- Messung
- Interne Messung und Abrechnung durch die ZEV-Betreibenden oder deren Dienstleister.
- Netzbezug
- Der ZEV gilt gegenüber dem Verteilnetzbetreiber als ein Endverbraucher.
vZEV
Virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch
- Verfügbar
- Seit 1. Januar 2025
- Perimeter
- Erweiterter Perimeter innerhalb der durch Anschluss und Netztopologie zulässigen Grenzen.
- Messung
- Zähler des Verteilnetzbetreibers führen die Messwerte der Teilnehmenden virtuell zusammen.
- Netzbezug
- Die Zulässigkeit muss beim zuständigen Verteilnetzbetreiber geprüft werden.
LEG
Lokale Elektrizitätsgemeinschaft
- Verfügbar
- Seit 1. Januar 2026
- Perimeter
- Lokaler Austausch im gesetzlichen Rahmen, innerhalb einer Gemeinde und gemäss zulässiger Netztopologie.
- Messung
- Zähler des Verteilnetzbetreibers liefern die für die Abrechnung erforderlichen Daten.
- Netzbezug
- Das öffentliche Netz wird genutzt. Für den innerhalb der LEG ausgetauschten Strom gelten unter den gesetzlichen Bedingungen reduzierte Netznutzungstarife.
Konzeptionelle Übersicht. Die Projektbedingungen müssen mit dem Verteilnetzbetreiber und den zuständigen Stellen bestätigt werden.
Aktuell geltende Bedingungen prüfen
Aktuelle Schweizer Bedingungen, Modelle und Abläufe finden Sie auf der neutralen Informationsplattform LokalerStrom. Diese externe Referenz ist kein Partner von SynergyFlex.
Messwerte in Szenarien übersetzen
Vor jeder Simulation müssen die Daten geprüft werden: abgedeckter Zeitraum, Zeitschritt, fehlende Werte, Zeitzone sowie die Konsistenz von Bezug, Einspeisung und Produktion.
SynergyFlex nutzt diese Zeitreihen anschliessend, um Verbrauch und Produktion gegenüberzustellen, Varianten zu simulieren und ihre energetischen sowie wirtschaftlichen Auswirkungen auf einer gemeinsamen Basis darzustellen. Das Werkzeug unterstützt einen technischen Entscheid; es ersetzt weder einen Abrechnungsdienst, noch den Verteilnetzbetreiber, noch eine Rechtsberatung.
Was SynergyFlex vor einem Entscheid untersuchen kann
Je nach verfügbaren Daten kann die Analyse die Übereinstimmung von Produktion und Verbrauch, verfügbare Überschüsse, den Austausch zwischen Teilnehmenden, die Entwicklung des Eigenverbrauchs, den Einfluss einer Batterie sowie Energie- und Netzkosten vergleichen.
Das Ergebnis ist keine allgemeingültige Antwort, sondern ein transparenter Vergleich von Szenarien mit denselben Annahmen.
Häufige Fragen
Was lässt sich mit Smart-Meter-Daten machen?
Sie zeigen das zeitliche Profil des Gebäudes und die Phasen von Netzbezug oder Einspeisung. Damit bilden sie eine Grundlage, um Photovoltaik, Speicherung, Tarife oder lokalen Austausch zu vergleichen.
Wie erhalte ich meine Smart-Meter-Daten?
Prüfen Sie das Kundenportal Ihres Verteilnetzbetreibers oder verlangen Sie einen Export der Viertelstundenwerte. Sind die Daten trotz installiertem Smart Meter nicht verfügbar, kontaktieren Sie den Netzbetreiber direkt.
Zeigt der Smart Meter, welches Gerät Strom verbraucht?
Nicht automatisch. Er misst das Gesamtprofil am Netzanschlusspunkt. Für die genaue Zuordnung einzelner Nutzungen sind Unterzähler oder zusätzliche Informationen erforderlich.
Was unterscheidet ZEV, vZEV und LEG?
Ein ZEV verbindet Teilnehmende hinter demselben Netzanschlusspunkt. Ein vZEV führt die Werte zulässiger Teilnehmender mithilfe der Zähler des Verteilnetzbetreibers virtuell zusammen. Eine LEG ermöglicht lokalen Stromaustausch über das öffentliche Netz im gesetzlichen Rahmen, der seit 2026 gilt.
Übernimmt SynergyFlex die Abrechnung eines ZEV?
Nein. SynergyFlex ist ein Simulations- und Entscheidungswerkzeug. Es ersetzt weder einen Abrechnungsdienstleister, noch den Verteilnetzbetreiber, noch eine Rechtsberatung.
Wie lassen sich mehrere Energieszenarien vergleichen?
Die Szenarien müssen denselben Zeitraum, denselben Zeitschritt und konsistente Annahmen verwenden. SynergyFlex vergleicht sie anschliessend anhand energetischer und wirtschaftlicher Kennwerte auf gemeinsamer Grundlage.
Quellen und Referenzen
SynergyFlex entstand aus einer Masterarbeit über Energie und die Nutzung zeitbasierter Daten. Master of Science in Engineering – Energy and Environment
Dieser Link dokumentiert den akademischen Kontext. Er bedeutet weder eine Partnerschaft noch eine Empfehlung.
Sie verfügen bereits über Smart-Meter-Daten?
Wenn Sie deren Potenzial erkennen, aber die nächsten Schritte noch unklar sind, kann SynergyFlex daraus verständliche Szenarien und Kennwerte entwickeln.